Ökumenische Gebetsstunde, Enthüllung einer Gedenktafel und Kammermusikkonzert in Bad Deutsch-Altenburg

2023. 11. 12.

Am 11. November 2023 fand in der Marienkirche in Bad Deutsch-Altenburg eine ökumenische Gebetsstunde und eine Gedenkfeier auf dem Friedhof statt, die eine gute Tradition des Europa-Clubs fortsetzt. Diesmal war der Anlass jedoch etwas Besonderes: Es war der schönste und bewegendste Moment überhaupt.

Am symbolischen Grab der im Ausland verstorbenen Ungarn wurde nicht nur ein Kranz niedergelegt, sondern auch ein Gedenkstein enthüllt, der an die vielen Menschen erinnert, die nach dem Regimewechsel 1989 in Österreich gestorben sind und viel für die Ungarn getan haben. Die Idee für den Gedenkstein stammt von Dr. András Smuk, der auch ein Komitee gründete, das über die Namen entschied, die auf dem Stein eingraviert werden sollten. Damals dachte niemand daran, dass der letzte Name auf dem Stein der des verstorbenen Präsidenten des „Europa“-Clubs sein würde, der am 12. Januar 2023 verstorben ist. Dem Vorstand des Vereins lag es sehr am Herzen, den Gedenkstein anfertigen und aufstellen zu lassen. Sie beschlossen auch, neben dem Gedenkstein und dem Grab eine Gedenktafel zu errichten, um die herausragende Arbeit und die unvergleichlichen Verdienste von Dr. András Smuk zu würdigen, der sich um die ungarische Nationalität verdient gemacht hat.

Das Kammermusikkonzert

Die Gebetsstunde und die Lesungen wurden von den Künstlern Lilla Galambos, Harrold Russel, Zsuzsa Berényi und Éva Schmuck mit einem Kammerkonzert festlich gestaltet. Dabei wurden unter anderem das Ave Maria, Bartóks Abend bei den Szeklers und Elindultam szép hazámból (Ich verließ meine schöne Heimat) gespielt.

Über 100 Menschen kamen in die Kirche, um an der Gedenkfeier teilzunehmen. Szilvia Mentsik, die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins, hielt eine bewegende Rede zur Begrüßung der Teilnehmer und betonte die Bedeutung dieser Veranstaltung, dieses besonderen und herzzerreißenden Gedenkgottesdienstes. Anschließend begrüßte die derzeitige Bürgermeisterin der Stadt, Frau Petra Wagener, die Teilnehmer, gefolgt von den bewegenden Worten und Erinnerungen des tränenreichen ehemaligen Bürgermeisters, Dr. Hans Wallowitsch. Pavel Balint, katholischer Diakon, beendete die Begrüßungsrede, gefolgt von einer bewegenden Rede von Frau Edit Szilágyiné Bátorfi, Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafterin von Ungarn in Österreich, die zum ersten Mal an unserer Veranstaltung teilnahm.

Ervin Farkas, evangelischer Pfarrer, begann die Liturgie mit einem apostolischen Gruß und einem Gebet, gefolgt von einem Bittgebet von László Schranko, katholischem Pfarrer. Die Predigt hielt Mónika Karvansky, reformierte Pfarrerin und Leiterin der ungarisch-reformierten Seelsorge in Österreich, die in ihren nachdenklichen und herzergreifenden Worten die Bedeutung der Freude an der Begegnung betonte, die über die Trauer hinausgeht. Das Schlussgebet sprach Miklós Kiss, lutherischer Diakon, der auch der Helden von 1956 gedachte, der Vorbilder, die uns vorausgegangen sind, der Ungarn, die nicht in ihrem Heimatland begraben sind.

Den Abschluss der Liturgie bildete die Segnung aller Pfarrerinnen und Pfarrer.

Anschließend hielt Tibor Szemerédi, Vorstandsmitglied des Runden Tisches und Leiter des Gedenksteinkomitees, eine Rede, die von wunderbarer Musik begleitet wurde. Er betonte, wie wichtig es ist, die kleinen Missstände menschlicher Eitelkeiten zu überwinden, damit wir zusammenstehen und unser ungarisches Erbe und unsere Werte in der neuen Heimat vertreten und weitergeben können. Nach seinen bewegenden Gedanken folgten die Teilnehmer der ungarischen Flagge und den Pfarrern zum Friedhof der Kirche, wo der Gedenkstein und die Gedenktafel feierlich enthüllt und Kränze niedergelegt wurden.

Wir danken allen, die mitgewirkt haben, von ganzem Herzen für ihren Beitrag zu dieser schönen und einzigartigen Feier!